Die italienische Küche ohne Kräuter? Unvorstellbar! Hier verraten wir Ihnen, welche fünf Kräuter Sie für Ihre „cucina italiana“ unbedingt brauchen

Die italienische Küche lebt nicht von möglichst ausgefallenen, sondern von möglichst guten Zutaten. Das gilt auch für die Kräuter: Bereits mit fünf Kräutern können Sie (fast) alle italienischen Rezepte nachkochen – und ein herrliches Aroma in Ihre Gerichte bringen. Wenn Sie die Kräuter selbst anbauen können, umso besser. Ansonsten ist der Wochenmarkt eine gute Alternative. Dort finden Sie besonders robuste und würzige Kräutertöpfe. Am liebsten frisch oder tiefgefroren – und nur im Notfall getrocknet. Mit den richtigen Kräutern wird jedes Ihrer italienischen Gerichte ein aromatisches Vergnügen.

Basilikum ist das königliche Kraut

Basilikum (ital. „basilico“) ist wohl das bekannteste und beliebteste Kraut der italienischen Küche. Es wird auch Königskraut genannt. Kein Wunder, schließlich „adelt“ es viele Gerichte: zum Beispiel den Antipasti-Klassiker Caprese mit fruchtigen Tomaten oder ein herrlich aromatisches Pesto mit frischer, selbstgemachter Pasta. Außerdem gibt es diesem Gnocchi-Rezept eine intensive Farbe und den typisch milden Basilikum-Geschmack. Überhaupt gehen Tomate und Basilikum in der italienischen Küche immer wieder eine wunderbar kulinarische Liaison ein. Basilikum passt hervorragend zu Fleisch, Fisch und Suppen. Übrigens: Basilikum eignet sich auch als besonderer Frischekick in Limonaden oder Cocktails – besonders im Sommer eine abwechslungsreiche Erfrischung.

Basilikum auf Tomatensauce

Rosmarin - Tau des Meeres

Der Name Rosmarin (ital. „rosmarino“) kommt vom lateinischen „ros marinus“ und bedeutet „Tau des Meeres“: Die Sträucher gedeihen prächtig an den Mittelmeerküsten, wo sich der Tau im Morgengrauen auf Blüten und Zweigen absetzt. Besonders Wildgerichte erhalten durch Rosmarin ein ganz besonderes Aroma, aber auch zu Rezepten mit Rindfleisch, Schwein und Geflügel passt das immergrüne Kraut wunderbar.

Tipp: Rosmain-Olivenöl selber machen
Machen Sie doch einfach Ihr eigenes Rosmarinöl: Wählen Sie ein passendes Olivenöl aus, geben Sie reichlich gewaschene und abgetrocknete Zweige in saubere Glasflaschen und füllen diese vollständig mit dem Öl auf. Luftdicht verschlossen lagern Sie die Flaschen für etwa vier Wochen kühl und dunkel – so kann das Kraut sein intensives Aroma bestens an das Öl übertragen und behält außerdem seine sattgrüne Farbe. Ihr selbstgemachtes Rosmarin-Olivenöl eignet sich nicht nur zum Braten oder Marinieren, sondern auch für knackige Salate.

Ein Bund Rosmarin

Thymian - je wärmer, desto würziger

Suppen, Saucen, Brühen und Schmorgerichte erhalten durch Thymian (ital. „timo“) eine würzig-süße Note. In der Küche ist von über 100 Sorten der „Echte Thymian“, auch bekannt als Gartenthymian, am weitesten verbreitet. Besonders deftigen Speisen mit Lamm-, Schweine- oder Rindfleisch gibt das Kraut die passende Würze. Zusammen mit Knoblauch und Basilikum harmoniert Thymian besonders gut – zum Beispiel in einer fruchtigen Tomatensauce, die Sie mit Thymian variieren können – oder zu Pfannengemüse mit Aubergine, Zucchini oder Kartoffeln. Mit Zitronenthymian verleihen Sie unter anderem Ihren Fischgerichten und Meeresfrüchten den sommerlichen Frischekick – und in diesem Dip für Mozzarella-Sticks ist Thymian unverzichtbar. Interessant: Erst bei hohen Temperaturen entwickelt das Kraut die intensive Würze und wird deshalb schon während des Garprozesses zugegeben. Vorsicht bei getrocknetem Thymian: der würzt viel stärker als frischer.

Bund Thymian

Oregano - Star der Pizza

Vor allem in der süditalienischen Küche ist Oregano (ital. „origano“) weit verbreitet –  er gehört in viele Pizzasaucen und als Dekoration auf viele Pizzen – etwa auf eine Pizza mit Sardellen. Häufig wird Oregano auch in Wurst verarbeitet. Die Würzkraft des Oregano intensiviert sich durch das Trocknen – also vorsichtig dosieren. 

Übrigens: In der deutschen Küche findet sich häufig ein enger Verwandter des italienischen Lieblings Oregano: Majoran. 

Frischer und gehackter Oregano

Salbei ist besonders würzig und bekömmlich

Bitter-würzig, so duftet und schmeckt Salbei (ital. „salvia“). Bei mehr als 900 verschiedenen Arten fällt die Entscheidung für das richtige Kraut im heimischen Kräutergarten gar nicht so leicht. Der unangefochtene Liebling in der Küche ist der Echte Salbei – auch bekannt als Muskatellerkraut. Wenn Sie es exotischer mögen, probieren Sie doch Limonen-, Ananas- oder Marzipansalbei aus. Salbei wird gerne für Fleischgerichte verwendet und ist beispielsweise bei der Zubereitung von Saltimbocca unverzichtbar. Auch in Suppen,  an gegrilltem Fisch oder einer würzigen Penne Gorgonzola bringt Salbei das richtige Aroma. Benötigen Sie für Ihr Gericht eher eine leichte Salbeinote, nutzen Sie die jungen Blätter Ihrer Pflanze – für mehr Intensität eignen sich die älteren hervorragend. Ganz einfach und hocharomatisch: in Butter geschwenkter Salbei in einer klassischen Nudelsauce – passt perfekt zu frischen Gnocchi. Übrigens: Fettreiche Speisen werden durch Salbei bekömmlicher, diese wohltuende Wirkung kannte man bereits im Altertum.

Frischer Salbei auf einem Schneidebrett

Frische Kräuter haltbar machen

Kräuter portionsweise einfrieren

Robuste Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Oregano und Salbei können Sie auch bequem auf Vorrat konservieren, indem Sie sie einfrieren: Putzen und hacken Sie die Blätter fein, füllen sie in Eiswürfelbehälter und gießen sie mit einem guten Olivenöl auf. Der Eiswüfelbehälter kommt anschließend ins Gefrierfach. Die portionierten Kräuter oder Kräutermischungen können Sie so zu Ihren Lieblingsgerichten hinzugeben, auch wenn Sie den frischen Strauch nicht zur Hand haben. Nur der Basilikum sollte nicht im Gefrierfach landen: Er wird sonst braun und verliert sein Aroma.

Kräuteröl selber machen

Das Gefrierfach ist schon voll? Kein Problem, Kräuter halten sich auch gut in Olivenöl ohne eingefroren zu werden. Mit Ihrem eigenen Kräuteröl können Sie Ihre italienische Gerichte kinderleicht vereinern und ihnen das typisch mediterrane Aroma verleihen. Mehr Tipps zum Konservieren von frischen Kräutern in Olivenöl erfahren Sie in unserem Küchengeheimnis "Kräuteröl selber machen".

Kräuter trocknen

Eine weitere Möglichkeit, lange in den Genuss von italienischen Kräutern zu kommen, ist das Trocknen. Wie genau das funktioniert und wie lange die Trockenzeit der typischen italienischen Kräuter sind, haben wir in unserem Küchengeheimnis zum Thema Kräuter trocknen zusammengefasst.

Der Unterschied zu Kräutern der Provence

In Supermärkten sind häufig "Kräuter der Provence" zu finden. Doch Vorsicht, diese Kräutermischungen sind eher für die französische Küche gedacht. Zwar enthalten Kräuter der Provence auch einige Kräuter der italienischen Küche, häufig findet sich darin aber auch Lavendel und gelegetlich Wacholderbeeren, Kerbel oder Fenchelsamen. 

Küchengeheimnis teilen:


Rezepte & Küchengeheimnisse

Die Küche Italiens hat einen reichen Schatz gut gehegter Traditionen. Das macht sie so beständig in ihrer Qualität und einfach unvergänglich. Wir zeigen Ihnen, wie Sie diese kulinarische Raffinesse für sich erschließen. Nicht nur mit Rezepten, sondern auch mit vielen tollen Küchengeheimnissen, die Sie täglich anwenden können, und die selbst ohne Rezept zu feineren Ergebnissen führen. 

Jetzt italienisch kochen