Von Antipasti bis dolce –
die Speisenfolge beim italienischen Essen

In diesem Küchengeheimnis erfährst du alles über die Speisenfolge bei einem italienischen Menü und welche Besonderheiten es gibt.

Das italienische Menü

Wie ist ein italienisches Menü überhaupt aufgebaut und welche Besonderheiten gibt es?

Ein italienisches Menü besteht traditionell aus vier Gängen. In diesem Küchengeheimnis verraten wir dir, in welcher Reihenfolge du dein Menü servieren solltest und welche Gerichte sich für die verschiedenen Gänge am besten eignen.

Im Alltag teilen Italiener ihre Mahlzeiten meist in zwei Gänge auf. Hier wird im Gegensatz zum großen vier Gänge Menü nur die primo piatto und secondo piatto serviert. Wusstest du, dass die mediterrane Küche seit 2010 zum Weltkulturerbe zählt? Wir finden, dass das noch ein Grund mehr ist, ein original italienisches Menü auszuprobieren!

Was isst man in Italien zur Vorspeise? Antipasti!

In allen Mittelmeerländern gibt es eine große Tradition köstlicher Vorspeisen. Spanische Tapas, französische hors-d'œuvre oder orientalische Mezze – natürlich gibt es Vorspeisen auch in Italien. Dort heißen sie Antipasti: aromareiche, leichte, kleine Appetithappen, die den Gaumen kitzeln und den Appetit anregen – „solleticare il palato“ wie es auf Italienisch heißt. Italiener servieren Antipasti oft in einer Auswahl, so dass jeder Gast etwas findet, was ihm schmeckt. Oliven, Insalata Caprese, eingelegte und gebratenes Gemüse oder Bruschetta – es gibt viele kalte und auch warme Antipasti. Das Wort zeigt schon an, an welcher Stelle im Menü sie serviert werden: ante pasta – vor der Pasta.

Große Auswahl an italienischen Antipasti Eingelegte Artischocken in einer Schale Feigen mit Prosciutto umwickelt

Antipasti Rezepte von ORO di Parma

Primo piatto

Die Pasta ist der nächste Gang eines italienischen Menüs: das „primo“ oder „primo piatto“. Er besteht aus einem Pasta-Gericht, Risotto oder einer Suppe. Der erste Hunger ist damit schon einmal gestillt.

Übrigens isst man Spaghetti – wie jede Pasta – in Italien nur mit einer Gabel. Italiener drehen die Nudeln auf dem Teller um die Gabel. Verzichte in Italien also unbedingt auf den zusätzlichen Löffel, falls du daran gewöhnt bist.

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Für deine primo piatto könntest du bspw. Spaghetti puttanesca oder Tagliarini mit Salsiccia-Fenchel-Ragù anbieten. Als vegetarische Option würden sich Pasta e Ceci – also Pasta mit Kichererbsen eignen.

Spaghetti alla Puttanesca auf einem Tisch Tagliarini mit Salsiccia-Fenchel-Ragù auf einem Tisch

Secondo piatto

Der zweite Gang ist meist ein Fleisch- oder Fischgericht, zu dem auch Beilagen, die „contorni“, gereicht werden können. Das ist aber kein Muss. Im Restaurant bestellst du sie separat dazu. Das Fleisch oder der Fisch steht beim secondo piatto ganz im Mittelpunkt, ist aromatisch gewürzt oder gefüllt und wird variantenreich zubereitet: gegrillt, geschmort, gebraten oder überbacken. Auch Geflügelgerichte wie etwa das Pollo alla cacciatora sind als Hauptgericht beliebt, genauso wie alle Sorten von Wild. Und natürlich gibt es auch traditionelle vegetarische secondi piatti, ganz aus Gemüse zubereitet, etwa das beliebte Ciambotta.

Rinderfilet mit Tomatensauce und Polenta Rotbarschfilet im Bratschlauch auf Reis

Secondo Piatto Rezepte zum Nachkochen

Dolce

Nun folgt das Dessert, das in Italien „dolce“ genannt wird und damit schon anzeigt, dass es sich um eine Süßspeise handelt, etwa Tiramisu, Panna Cotta oder Profiterole – kleine gefüllte Windbeutel mit Schokoladensauce. Und auch original italienische Eiscreme oder ein Sorbet isst man in Italien gern als Dessert. Den Abschluss des Essens bilden dann meist noch Käse und Früchte.

Italienisches Dessert Panna Cotta mit Beeren

Italienische Desserts zum Nachmachen

Kaffee nach dem Essen in Italien

Espresso, der aus einer Maschine kommt

Danach erst folgt der Kaffee, was in Italien abends gleichbedeutend mit einem Espresso ist. Bestelle nach dem Abendessen auf keinen Fall einen Cappuccino, er wird in Italien zum Frühstück getrunken und würde dem Koch signalisieren, dass du nicht satt geworden bist. Italiener trinken Cappuccino nur bis zum Mittag. Und ganz wichtig: Den Kaffee auf keinen Fall zum Dessert trinken, die beiden werden immer nacheinander serviert. Ansonsten: Auch wenn es noch so spät am Abend ist – ein Espresso nach dem Essen gehört dazu.

Aperitivo und digestivo

Beim Essen und Trinken gilt natürlich: Jeder so, wie er es am liebsten mag. Alkoholische Getränke sind daher auch in Italien überhaupt keine Pflicht – speziell unter der Woche. Es gibt viele beliebte alkoholfreie Aperitifs in Italien und wer möchte, trinkt zum Essen Mineralwasser, Saft oder Limonade. Für viele Italiener gehören jedoch auch alkoholische Getränke zum Essen. Sie servieren gerne einen Aperitif vor den Antipasti, etwa ein Prosecco, Wermut oder Spritz-Cocktail. Und das Abendessen schließen Italiener gern mit einem Digestif ab, das kann ein Grappa sein, ein Sambuca oder ein bitter-süßer Kräuterlikör, der in Italien „Amaro“ heißt.

Aperol Gläser mit einer italienischen Stadt im Hintergrund Degustif in Schnapsgläsern

In Italien ist das Abendessen die Hauptmahlzeit

Abendessen heißt in Italien „cena“. Nach einem schnellen, einfachen Frühstück und einem leichten Mittagessen ist das Abendessen die Hauptmahlzeit des Tages. In der Regel ist es ein mehrgängiges Essen, das Italiener deutlich später essen, als es in Deutschland üblich ist. Während das Abendessen im Norden Italiens gegen 19:00 bis 19:30 Uhr beginnt, kann es im heißen Sizilien durchaus nach 22:00 Uhr sein. Das Abendessen ist die Hauptmahlzeit, bei der die ganze Familie oder Freunde zusammenkommen. Italiener lassen sich gerne Zeit dafür – und ob zu Hause oder im Restaurant, das Essen besteht grundsätzlich aus mehreren Gängen. Die Reihenfolge der Gänge spielt dabei eine große Rolle.

Mehrere Gänge machen das Abendessen gesellig und abwechslungsreich

Mehrere Gänge zu servieren, klingt zunächst zwar nach mehr Arbeit, hat aber viele Vorteile: Auf verspätete Gäste lässt sich so angenehmer warten, ohne allzu hungrig zu werden. Auch der Aperitif bekommt besser, und nicht zuletzt kann der Koch oder die Köchin in Ruhe das nachfolgende Gericht fertigstellen. Beste Voraussetzungen für einen entspannten und geselligen Abend.

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