Italienische Pizza – alles zum heißgeliebten Klassiker der italienischen Küche

Wissenswertes über die Geschichte, Zubereitung und köstliche Rezepte für original italienische Pizza

Pizza ist das bekannteste kulinarische Gericht überhaupt – und weltweit verbreitet. Die Kunst des Pizzabackens entstand vermutlich in Neapel. Die Anfänge verlieren sich zwar im Dunkel der Geschichte, doch das Gericht ist so beliebt, dass die neapolitanische Pizzabackkunst heute offiziell von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt ist. Erfahren Sie, wie Sie eine Pizza typisch italienisch zubereiten, welche Rolle der Ofen dabei spielt, welche regionalen Varianten es gibt und ob man Pizza eigentlich mit Messer und Gabel essen sollte.


Was bedeutet das Wort Pizza?

Was der Name Pizza genau bedeutet und woher er stammt, ist nicht geklärt. Fest steht aber, dass eine Pizza ein flacher Hefefladen ist, der mit unterschiedlichen Zutaten dünn belegt und dann im Ofen gebacken wird. Ab dem 18. Jahrhundert wurden Tomaten in Süditalien populär und die heute bekannte Art der Pizza mit Tomaten, Käse und Oregano wird erwähnt.
 


Der Ofen – Voraussetzung für eine gelungene Pizza

 

Gebacken wird italienische Pizza traditionell in einem Holzofen. Die Temperatur erreicht dabei um die 350 °C. Die Pizza wird ohne Blech direkt auf den Steinen gebacken. Dadurch bildet sich kein Kondenswasser an der Teigunterseite und die Pizza wird schön kross. Der dünne Teigboden ist in Minutenschnelle gar und der Käse perfekt geschmolzen.

Zuhause haben Sie wahrscheinlich keinen Holzofen. Es gibt jedoch spezielle Pizzasteine, die im Ofen vorgeheizt werden und dann einen ähnlichen Effekt haben.

Ein runder Pizzastein auf einem Holztisch

 

Alternativ können Sie ein Pizzablech mit Löchern ausprobieren, das Kondenswasser schneller verdampfen lässt.

Weil jeder Ofen unterschiedlich ist, probieren Sie einfach aus, bei welcher Temperatur die Pizza wie lange im Ofen sein sollte, um weich oder kross genug zu sein.
Wenn Sie gerne öfter Pizza essen, ist vielleicht auch ein kleiner Pizzaofen empfehlenswert. Die Geräte haben einen feuerfesten sogenannten Schamottstein, auf den die Pizza direkt gelegt werden kann. Pizzaöfen erreichen eine Temperatur von bis zu 400 °C, die Pizza ist hier deshalb ähnlich wie in einem Holzofen in wenigen Minuten fertig gebacken.


Das Pizza-Grundrezept und beliebte Varianten

Pizza

 

Die Grundlage für die italienische Pizza ist der Teig aus Mehl, Wasser, Hefe, Salz und eventuell etwas Olivenöl. Die Zubereitung ist nicht schwer und Sie können den Teig einfach selber machen. In Italien wird der Teig sehr dünn ausgerollt – im Gegensatz zur amerikanischen Variante. Auf den Teig kommt zunächst eine sämige Tomatensauce, die dann mit Käse und anschließend mit verschiedenen Zutaten ganz nach persönlichem Geschmack belegt wird: klein geschnittenes Gemüse, Pilze, Fisch oder Meeresfrüchte eignen sich, und es gibt viele regionale Varianten.

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Pizza quattro stagioni

Bei der Pizza quattro stagioni (was übersetzt Pizza Vier Jahreszeiten heißt) ist jedes Viertel der Pizza mit anderen, jahreszeitlichen Zutaten belegt. Der italienische Kochbuchklassiker „Der Silberlöffel“ („Il cucchiaio d’argento“) nennt als Belag für die Viertel der Pizza quatro stagioni: 

  1. Sardellen und Oliven
  2. Miesmuscheln
  3. Kochschinken und Mozzarella und
  4. Artischocken und schwarze Oliven.

 

Weitere beliebte Pizza-Varianten

Die Pizza Hawaii, die mit gekochtem Schinken und Ananas belegt ist, kommt hingegen ursprünglich nicht aus Italien, sondern aus Kanada und wurde dort von einem Gastronomen erfunden. Den Namen trägt sie, weil sie sich durch die Zutat Ananas auszeichnet und auf Hawaii das größte Ananas-Anbaugebiet beheimatet ist.

Es gibt auch Pizzavarianten, die sehr sparsam belegt sind. Durch die besondere Kombination der Zutaten sind sie jedoch zu echten Klassikern geworden, so beispielsweise die Pizza marinara, die neben der Tomatensauce nur mit Oregano und Knoblauch belegt ist.

Oder die bekannte Pizza margherita, die mit Tomaten, Mozzarella und (nach dem Backen) mit frischem Basilikum belegt ist. Die Farben der Zutaten – rot, weiß und grün – sind gleichzeitig die Farben der italienischen Flagge. Die Pizza bianca romana kommt sogar ganz ohne Tomatensauce aus. Der Teig wird einfach mit Salz oder manchmal mit Oregano bestreut. Der Legende nach dachten sich die Bäcker der Hauptstadt dieses Rezept aus, um die Temperatur ihrer Holzöfen zu testen. Heute wird die Pizza in Italien gern als Beilage zum Menü gereicht. Frisch aus dem Ofen ist sie außerordentlich köstlich!

 


4 Tipps, damit selbst gemachte italienische Pizza gelingt


Pizza belegen: Welche Reihenfolge ist die beste? Wann kommt der Käse auf die Pizza?

Italienische Pizza wird in dieser Reihenfolge belegt:

  1. Tomatensoße.        2. Käse        3. Zutaten Ihrer Wahl

Zum einen können Sie so gut erkennen, welche Pizza Ihre ist. Zum anderen isst bekanntlich das Auge mit. Das pralle Rot der Tomaten, die vielseitigen, leckeren Zutaten wäre doch zu schade, wenn dieser Anblick unter dem Käse verborgen bleibt.

Wie lange sollte der Pizzateig gehen/ruhen?

Etliche Pizzabäcker aus Italien schwören auf eine lange Ruhezeit/Gehzeit des Pizzateigs. Als Faustregel kann man sagen: Der Teig ist dann „reif“, wenn er um das Doppelte seines Volumens gewachsen ist. Entscheidend dafür ist die Temperatur – denn die wirkt beschleunigend auf den Gärungsprozess. Im Kühlschrank sollten Sie den Teig mindestens 6 Stunden gehen lassen. Manche Italiener sind sich sicher, dass richtig guter Pizzateig 48 Stunden ruhen sollte, bevor sie ihn verarbeiten.     

Wenn Sie sich für eine Pizzateig-Variante für den schnellen Hunger entschieden haben, lassen Sie den Teig bei Zimmertemperatur so lange stehen, bis er das gewünschte Volumen erreicht hat. Oder Sie geben den Teig bei 50 Grad ca. 20 Minuten in den Backofen – so geht es am schnellsten.


Was ist der „Fenstertest“ für Pizzateig?

Ziehen Sie Ihren gekneteten Pizzateig auseinander, sodass er nicht reißt. Halten Sie den auseinandergezerrten Teig gegen das Tageslicht an Ihrem Küchenfenster. Wenn Sie durch den Teig durchschauen können, der Teig also dünn und transparent ist, haben Sie genug geknetet. Wenn Sie nicht durchschauen können – kneten Sie weiter. Je geschmeidiger der Teig, desto größer die Gaumenfreude. Und trainierte Oberarme gibt’s gratis dazu.

Fein pürierte Tomatensauce oder grobe Tomatenstücke für den Pizzabelag?

Ob Sie fein pürierte Tomatensauce verwenden oder geschälte Tomaten nur grob zerkleinern, ist reine Geschmackssache.


Der Käse auf italienischer Pizza

 

Der Käse wird bei einer klassischen italienischen Pizza auf die Tomatensauce gegeben. Im Ofen schmilzt er köstlich und gratiniert leicht. Welchen Käse Sie verwenden, ist ganz Ihrem Geschmack überlassen. In Italien ist Mozzarella üblich, denn er hat den Vorteil, dass er einen milden Geschmack hat und wenig Salz enthält. Damit passt er zu jedem Belag. Doch auch Parmesan oder der würzige Pecorino werden verwendet. Bei einer Pizza quattro formaggio kommen verschiedene italienische Käsesorten zum Einsatz, üblicherweise auch der beliebte italienische Gorgonzola.

Welcher Pizza-Käse zieht Fäden?

Nicht alle Käsesorten ziehen Fäden. Besonders gut zerläuft junger, weicher Käse mit einem hohen Fettgehalt – zum Beispiel Mozzarella, Gouda oder Edamer. Hartkäse wie Parmesan eignet sich nicht so gut.

 

Schon probiert?

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Calzone – Klapppizza

Eine weitere Pizza-Variation ist die Pizza Calzone, die man als zusammengeklappte Pizza bezeichnen könnte. Übersetzt heißt das italienische Wort Calzone soviel wie Strümpfe oder Hosen (vielleicht, weil der Teig die Zutaten bedeckt). Die Calzone kommt ursprünglich aus Neapel. Die Pizza wird dabei zur Hälfte belegt, anschließend zusammengeklappt und gebacken. Viele Restaurants servieren eine aromatische grüne Sauce (salsa verde auf Italienisch) zur Calzone, die aus gehackten grünen Kräutern, Öl, Zitronensaft und Knoblauch besteht.

Beliebt ist auch das Pizzabrot als Beilage zum italienischen Menü oder zu Salat. Es wird aus einfachem Pizzateig gebacken und manchmal mit Oregano oder Salz gewürzt. Oft wird es auch in Form von kleinen Brötchen serviert.
 


So isst man Pizza in Italien

Eine Szene in einer Pizzeria – ein Tisch mit einer Pizza, Bier und einem Salatteller

Wie man Pizza richtig isst, darüber gibt es viele Diskussionen. Sind Messer und Gabel erlaubt oder isst man Pizza besser mit der Hand? Hier eine Faustregel: Vor allem kommt es darauf an, wo Sie die Pizza essen – als Streetfood, in einer Pizzeria oder einem Restaurant. In Neapel werden Pizzastücke gerne – zweimal – geklappt und direkt aus der Hand gegessen. Der Belag und die Sauce bleiben so auf der Pizza. Eine andere Variante ist, die runde Pizza in Achtel zu schneiden und die Stücke aus der Hand zu essen. Und wer gern mit Messer und Gabel isst, kann das bei einer Pizza natürlich auch tun, speziell in Restaurants ist das die übliche Art, Pizza zu essen.
Übrigens: Weil Pizza in Italien als Imbiss gilt, servieren Italiener Bier, Wasser oder Cola dazu – keinen Wein.


Der Siegeszug der Pizza um die Welt

Ob Japan, Frankreich oder Südafrika – Pizza isst man heute weltweit. Dabei haben sich auch lokale Varianten entwickelt wie etwa die Pizza Hawaii oder Pizza Chicken Masala. Und: In Neuseeland müssen Sie die Tomatensauce extra bestellen, der Belag wird üblicherweise direkt auf den Teig gelegt – ganz so wie bei den ersten italienischen Pizzarezepten, bevor Kolumbus Tomaten aus Amerika mitbrachte.

Lange Zeit wurde die Pizza in Italien als ein Essen für arme Leute angesehen. Touristen sollen einen entscheidenden Beitrag geleistet haben, dass die Pizza heute Italiens Nationalgericht ist. Denn die Nachfrage zog sich schnell durch das gesamte Land und die Pizza entwickelte sich so zum gefragten Klassiker für Touristen und Einheimische.  

Buon Appetito!


Unsere Lieblings-Pizza-Rezepte

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Die Küche Italiens hat einen reichen Schatz gut gehegter Traditionen. Das macht sie so beständig in ihrer Qualität und einfach unvergänglich. Wir zeigen Ihnen, wie Sie diese kulinarische Raffinesse für sich erschließen. Nicht nur mit Rezepten, sondern auch mit vielen tollen Küchengeheimnissen, die Sie täglich anwenden können, und die selbst ohne Rezept zu feineren Ergebnissen führen. 

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