Hier erfahren Sie alles, was Sie schon immer über die Tomate wissen wollten

Die Tomate ist das beliebteste Gemüse der Deutschen.

Aber ist die Tomate überhaupt ein Gemüse oder ist sie vielleicht ein Obst? Und woher kommt die Tomate eigentlich? Was hat es mit gelben und schwarzen Tomaten auf sich – und warum sind Tomaten in der italienischen Küche so beliebt?

Wollen Sie diese und andere interessante Fakten über die Tomate erfahren? Dann lesen Sie jetzt unbedingt weiter.


Die Geschichte der Tomate

Ursprünglich kommt die Tomate aus Mittel- und Südamerika. In Mittelamerika gibt es die größte kulturelle Vielfalt der roten Vitaminkugel. Die aztekische Benennung der Tomate war  „Xitomatl“, was  von „tomatl“ abgeleitet ist und soviel wie „geschälte Tomatillo“ bedeutet. Tomatillo ist eine Pflanzenart und gehört zu der Gattung der Blasenkirschen, die zu den Nachtschattengewächsen gehören. 

 

Ein Panoramablick über die Region Emilia-Romagna, in der auch Parma liegt

Wie die Tomate nach Italien kam

In Europa wurde die Tomate in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts zunächst in Italien bekannt. Denn Christoph Kolumbus brachte die rote Kugel von seiner Reise nach Südamerika mit. Im Jahre 1544 beschrieb der italienische Botaniker und Arzt Pietro Andrea Mattioli (1501–1577) Tomaten als „Pomi d’oro“, was goldener Apfel bedeutet. 


Tomaten sind essentiell für die original italienische Küche

 

Für viele original italienische Rezepte sind Tomaten essentiell. Ein Insalata Caprese wäre ohne Tomaten nur Mozzarella mit Gewürzen und Olivenöl. Oder denken Sie an Pasta- oder Pizzasaucen – Tomaten gehören zweifellos zur italienischen Küche. Seit langer Zeit hält sich sogar die Legende, dass der rote Streifen in der italienischen Flagge das Rot der Tomate repräsentiert. 

Übrigens: Es gibt rund 23.000 Tomatensorten. Da ist es nicht immer einfach, die richtige Tomate für das jeweilige original italienische Gericht zu finden. Fünf beliebte Tomatensorten haben wir für Sie unter die Lupe genommen. 

Typisch italienische Küche

Die italienische Küche ist sehr vielseitig und international beliebt. Sie ist bekannt für Olivenöl, diverse Käsesorten, wie Parmesan, Mozzarella, Gorgonzola. Auch Wurst- und Fleischerzeugnisse, wie Mortadella, Salami und Parmaschinken sind Teil der original italienischen Küche. Auch Pasta und Pizza sind typisch italienische Lebensmittel, genauso wie Wein und Antipasti.

Beliebte italienische Gerichte mit Tomaten

Wer original italienisch kocht, braucht viel amore und Pomodoro. Das wohl bekannteste italienische Gericht, ist Ragù alla bolognese. Zu dem bekannten Nudelgericht passen übrigens traditionelle Spaghetti nicht so gut. Zu der schmackhaften Hackfleisch-Tomatensoße passen eher Farfalle, Penne oder Tagliatelle. Das liegt daran, dass die Hackfleischsauce beim Aufdrehen der glatten und dünnen Spaghetti nicht gut haften bleibt.

Pizza gibt es in allen möglichen Variationen, mit verschiedenen Belägen, tiefgekühlt oder selbstgemacht. Aber aus der Pizzeria oder selbstgemacht schmeckt Pizza einfach bueno. Selbstgemachte Pizza nach original italienischem Rezept ist schnell gemacht und Sie brauchen nicht viele Zutaten. 

Der italienische Auflauf aus sehr breiten Bandnudeln, Ragù und Béchamelsauce ist ebenfalls einfach delizioso. Mit selbstgemachten Bandnudeln schmeckt die Lasagne übrigens noch besser. 


Ist die Tomate eine Frucht oder ein Gemüse?

 

Die Tomate wird in der Küche als Gemüse verwendet. Manche Menschen behaupten, Tomaten seien Obst. Richtig ist: Tomaten sind kein Obst. Sie sind allerdings auch kein Gemüse. Tomaten gehören zur Gattung der Fruchtgemüse. Und es wird noch komplizierter: Die Tomate ist nicht nur eine Frucht, sondern auch eine Beere. 

Kleiner Exkurs: Was macht Obst zu Obst und Gemüse zu Gemüse und wo liegt die Tomate?

Als Obst werden Früchte bezeichnet, die aus den bestäubten Blüten der Pflanze entstehen und essbar sind. Beim Gemüse sind nicht die Früchte, sondern andere Pflanzenteile essbar. Obst- und Gemüsepflanzen unterscheiden sich darin, ob sie ein Jahr oder mehrere Jahre Früchte tragen. Während Obstpflanzen in der Regel mehrjährig sind, sind Gemüsepflanzen meist nur ein- oder zweijährig. Auch der Zuckergehalt unterscheidet sich bei beiden Gattungen: Gemüsepflanzen haben deutlich weniger Zucker als beispielsweise Äpfel oder Kirschen.

Fruchtgemüse liegen in der Mitte beider Gattungen und zeichnen sich durch folgende Eigenschaften aus:  

  • sind die Früchte von ein- und zweijährigen Pflanzen 
  • sind Früchte von krautigen Pflanzen 
  • werden als Feldfrüchte angebaut und werden je nach Einteilung als Hülsenfrüchte für Nährmittel oder als Ölfrüchte für die Fettgewinnung verwendet
  • die erst seit dem Ende des 16. Jahrhunderts aus Amerika und Ostasien nach Europa gelangten, werden mitunter „Neuweltfrüchte“ genannt

Welche Eigenschaften machen die Tomate zum Fruchtgemüse?

Genauso, wie Zucchini, Kürbis, Gurke und Auberginen gehört die Tomate zu der Gattung der Fruchtgemüse, ist also ein „Mittelding“ zwischen Obst und Gemüse. Die Tomatenpflanze ist krautig. Das bedeutet, dass sie ein Dickenwachstum aufweist, dabei aber nicht verholzt. Es gibt einjährige, zweijährige und mehrjährige krautige Pflanzen – und es gibt Tomatenpflanzen in allen drei Varianten. Nach der Blüte sterben krautige Pflanzen, und man unterscheidet sie daher von ausdauernden Pflanzen, die mehrfach blühen können, beispielsweise Sträucher und Bäume.


Tomaten pflanzen: so gelingt der Tomatenanbau

 

Wenn Sie selbst Tomaten anbauen möchten, sollten Sie einige Dinge beachten. Wir haben wichtige Tipps zum Tomatenanbau für Sie zusammengestellt. 

Eine der wichtigsten Regeln: Tomaten mögen es schön warm und sind sehr empfindlich gegenüber Regen, denn ihre Blätter mögen kein Wasser. Daher werden Tomaten oft in einem Gewächshaus angepflanzt. Tomaten für ORO die Parma werden allerdings unter freiem Himmel angebaut. Sie kommen keinesfalls aus dem Gewächshaus.

So züchten Sie Tomatenpflanzen heran

Mit dem Tomatenanbau können Sie im Frühjahr loslegen, sobald es nicht mehr friert (ab ca. Mitte Mai). Sie können Tomaten auf dem Balkon oder in Ihrem Garten anbauen, Wichtig ist jedoch, dass die Tomatenpflanzen vor Regen geschützt sind. 

Sie können sich entweder eine junge Tomatenpflanze auf dem Markt oder im Gartenfachhandel besorgen und diese einpflanzen oder Sie kaufen sich Saatgut. Sie können die Pflanze erst einmal in ihren vier Wänden vorziehen, denn hier ist sie vor Witterungen und Schädlingen geschützt und hat es schön warm. Die Tomatenpflanze bevorzugt Temperaturen ab 20 Grad Celsius, 24 Grad Celsius sind ideal.

Checkliste: 9 Punkte, auf die Sie beim Tomatenanbau achten sollten

Tomatenpflanzen...

  • ...mögen es sonnig und warm. 
  • ...brauchen mindesten 8 Stunden Sonnenlicht am Tag.
  • ...stehen auf einer Fensterbank am liebsten nach Süden gerichtet.
  • ...sollten vor Wind und Regen geschützt sein.
  • ...mögen keine Zugluft.
  • ...müssen gut gegossen werden, aber nicht auf die Blätter.
  • ...brauchen genügend Abstand zu anderen Pflanzen.
  • ...brauchen in der Reihe einen Abstand von etwa 60-70 cm (je nach Größe).
  • ...brauchen zwischen den Reihen mindestens 80 cm Abstand.

Tomaten richtig lagern

 

Tomaten sind absolute Sonnenkinder. Sie mögen es schön warm und vertragen kein Regen und meiden Kälte. Das gilt jedoch nicht nur für den Anbau von Tomaten, sondern auch für das Lagern.

Sie sollten Tomaten unter KEINEN Umständen im Kühlschrank aufbewahren! Tomaten frieren nicht nur ungern, sie verlieren auch ihr Aroma in der Kälte. Viele denken, dass alle Lebensmittel im Kühlschrank länger frisch bleiben. Das gilt jedoch nicht pauschal für jedes Lebensmittel. Tomaten bleiben im Kühlschrank nämlich nicht länger frisch. Im Gegenteil: sie können dort sogar schneller schimmeln.

Bei der Lagerung ihrer Tomaten – ob gekauft oder selbst gezogen – achten Sie am besten auf die richtige Lagerung. Auf jeden Fall sollten gekaufte Tomaten frisch sein.

Bei welchen Temperaturen fühlen Tomaten sich wohl?

Viele Tomaten mögen beim Lagern Temperaturen zwischen 12 und 16 Grad Celsius. Einige Sorten, wie beispielsweise Rispentomaten mögen es mit 13 bis 18 Grad Celsius ein bisschen kuscheliger. Um den Geschmack nicht zu beeinträchtigen, ist es wichtig, dass der Temperaturbereich weder über- noch unterschritten wird. Wenn Sie Tomaten nämlich zu warm lagern, faulen sie schneller. 


Sind Tomaten gesund?

Tomaten sind echte Alleskönner. Sie sind nicht nur besonders lecker, sondern auch von Natur aus energiearm, fettfrei, zuckerarm und besitzen einen hohen Proteingehalt. Die roten Vitaminkugeln enthalten von Natur aus Lycopin und sind eine Vitamin C-Quelle. Tomaten bestehen zu 95 % aus Wasser und sind damit richtig gute Flüssigkeitslieferanten. Und auch beim Kochen ist der hohe Wassergehalt der Tomaten von Vorteil, gerade wenn es um Saucen geht, denn Tomatensaucen sind wegen des hohen Wassergehaltes oft sehr sämig. 

Lycopin in Tomaten- und Tomatenprodukten

Tomaten enthalten natürlicherweise Lycopin, das sich auch in den verarbeiteten Produkten wiederfindet. Wie viel Lycopin in einer Tomate enthalten ist, hängt stark von der Sorte, dem Reifegrad und den Wuchsbedingungen, beispielsweise der Sonneneinstrahlung ab. Lycopin gehört zur Klasse der Carotinoide, welche sekundäre Pflanzenstoffe sind. Carotinoide geben Tomaten und beispielsweise auch Karotten und Wassermelonen ihre rote Farbe. Allgemein gilt Lycopin als potentes Antioxidans und als Radikalfänger. Eine potentielle Wirkung gegenüber Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch Lycopin wird diskutiert. Forscher gehen davon aus, dass Lycopin aus verarbeiteten und erhitzten Produkten eine höhere Bioverfügbarkeit des Lycopins aufweisen, als verarbeitete rohe Früchte. Wenn Tomaten erhitzt werden, tritt das enthaltene Lycopin aus den zerstörten Pflanzenzellen heraus und ist daher besser verfügbar. Ein Zusatz von etwas Fett oder Öl steigert – nach aktuellen Erkenntnissen – diesen Effekt zusätzlich. 

Tomaten sind laut Stiftung Warentest das beliebteste Gemüse (Fruchtgemüse) der Deutschen. Und das nicht zuletzt deshalb, weil sie so vielseitig einsetzbar sind: ob als Salat, zu Fleisch, Fisch oder sogar als Dessert, beispielsweise als Tomatensorbet. Gerade Tomatenprodukte in Form von Tomatensaft, passierten Tomaten, Tomatenmark und Tomatenketchup sind beliebt unter den Deutschen. So kommt ein Pro-Kopf-Verbrauch von 25 Kilogramm Tomaten pro Jahr zustande.


Schwarze Tomaten oder gelbe Tomaten – was steckt hinter der Farbe?

Tomaten waren ursprünglich gelb

Gelbe Tomaten wurden aufgrund ihrer Farbe „Goldäpfel“ genannt. Daher kommt auch der italienische Ausdruck Pomodoro, denn „Pomo“ heißt Apfel und „Oro“ Gold. Gelbe Tomaten sollen aufgrund ihres geringen Säuregehalts besonders verträglich und magenschonend sein.

Schwarze Tomaten

Auch wenn es die häufigste Tomatenfarbe ist: Nicht alle Tomaten sind rot. Die bekannteste schwarze Tomate, die auch wirklich schwarz und nicht violett oder blau ist, ist die Sorte „Black Krim“. Bei dieser Tomatensorte handelt es sich um eine Fleischtomate, deren Ursprung die Halbinsel Krim ist. Schwarze Tomaten können ein Gewicht von mehr als 200 Gramm erreichen, daher zählen sie zu den größten Tomaten überhaupt. Black Krim schmecken saftig und aromatisch und sind durch die feste Schale sehr robust.


Treulose Tomate oder Tomaten auf den Augen haben – woher kommen diese Redewendungen?

Wann ist jemand eine „Treulose Tomate“?

Die Tomate ist nicht nur das beliebteste „Gemüse“ der Deutschen, es gibt sogar Redewendungen mit der roten Vitaminkugel. Wenn wir jemanden als „treulose Tomate“ bezeichnen, meinen wir jemanden, der Verabredungen nicht einhält oder sich generell unzuverlässig verhält. Meist wird der Ausdruck aber nicht in einem bösen, sondern eher in einem lustigen Kontext verwendet. 

Woher der Ausdruck „treulose Tomate“ kommt, ist nicht vollständig geklärt. Es könnte sich um den Tomatenanbau selbst handeln, der Anfang des 19. Jahrhunderts sehr unsicher war, da es sehr viele Fehlschläge gab. Eine weitere Vermutung ist, dass die Redewendung „treulose Tomate“ aus dem ersten Weltkrieg stammt. Die Italiener, die damals schon für ihren Tomatenanbau bekannt waren schlugen sich 1915 auf die Seite der Alliierten und wurden damit ihren verbündeten Deutschland und Österreich gegenüber wortbrüchig. Daher benutzten sie das Schimpfwort „Tomate“ für Italiener. 

 

 

Wieso hat jemand Tomaten auf den Augen?

Die Redewendung „Hat der etwa Tomaten auf den Augen?“ wird oft beispielsweise von Fußballfans gebraucht, wenn etwa der Schiedsrichter eine „Fehlentscheidung“ getroffen hat. Sie bedeutet, dass eine Person nicht richtig gucken kann und wichtige Dinge übersieht. Die Redewendung stammt von Menschen, die gerade erst aufwachen und noch müde und manchmal gerötete Augen haben. Diese roten Augen erinnern an Tomaten. Außerdem sind Menschen, die gerade erst aufgewacht sind, meist noch nicht richtig aufmerksam und übersehen daher oft wichtige Dinge. 

 

Wenn Sie nun Appetit auf Tomaten bekommen haben, dann haben wir für Sie original italienische Rezepte zum Nachkochen. Buon Appetito!

 

 

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Die Küche Italiens hat einen reichen Schatz gut gehegter Traditionen. Das macht sie so beständig in ihrer Qualität und einfach unvergänglich. Wir zeigen Ihnen, wie Sie diese kulinarische Raffinesse für sich erschließen. Nicht nur mit Rezepten, sondern auch mit vielen tollen Küchengeheimnissen, die Sie täglich anwenden können, und die selbst ohne Rezept zu feineren Ergebnissen führen. 

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