Von Antipasti bis dolce – die Speisenfolge beim italienischen Essen

Das gehört zu einem original italienischen Menü

In diesem Küchengeheimnis erfahren Sie alles über die Speisenfolge bei einem italienischen Menü und welche Besonderheiten es gibt.

In Italien ist das Abendessen die Hauptmahlzeit

Abendessen heißt in Italien „cena“. Nach einem schnellen, einfachen Frühstück und einem leichten Mittagessen ist das Abendessen die Hauptmahlzeit des Tages. In der Regel ist es ein mehrgängiges Essen, das Italiener deutlich später essen, als es in Deutschland üblich ist. Während das Abendessen im Norden Italiens gegen 19:00 bis 19:30 Uhr beginnt, kann es im heißen Sizilien durchaus nach 22:00 Uhr sein. Das Abendessen ist die Hauptmahlzeit, bei der die ganze Familie oder Freunde zusammenkommen. Italiener lassen sich gerne Zeit dafür – und ob zu Hause oder im Restaurant, das Essen besteht grundsätzlich aus mehreren Gängen. Die Reihenfolge der Gänge spielt dabei eine große Rolle.

Mehrere Gänge machen das Abendessen gesellig und abwechslungsreich

Mehrere Gänge zu servieren, klingt zunächst zwar nach mehr Arbeit, hat aber viele Vorteile: Auf verspätete Gäste lässt sich so angenehmer warten, ohne allzu hungrig zu werden. Auch der Aperitif bekommt besser, und nicht zuletzt kann der Koch oder die Köchin in Ruhe das nachfolgende Gericht fertigstellen. Beste Voraussetzungen für einen entspannten und geselligen Abend.


So heißen in Italien die einzelnen Gänge beim Essen – und in dieser Reihenfolge werden sie serviert

Antipasti

In allen Mittelmeerländern gibt es eine große Tradition köstlicher Vorspeisen. Spanische Tapas, französische hors-d'œuvre oder orientalische Mezze – natürlich gibt es Vorspeisen auch in Italien. Dort heißen sie Antipasti: aromareiche, leichte, kleine Appetithappen, die den Gaumen kitzeln und den Appetit anregen – „solleticare el palato“ wie es auf Italienisch heißt. Italiener servieren Antipasti oft in einer Auswahl, so dass jeder Gast etwas findet, was ihm schmeckt. Oliven, Insalata Caprese, eingelegte und gebratenes Gemüse oder Bruschetta – es gibt viele kalte und auch warme Antipasti. Das Wort zeigt schon an, an welcher Stelle im Menü sie serviert werden: ante pasta – vor der Pasta.

Primo piatto

Die Pasta ist der nächste Gang eines italienischen Menüs: das „primo“ oder „primo piatto“. Er besteht aus einem Pasta-Gericht, Risotto oder einer Suppe. Der erste Hunger ist damit schon einmal gestillt. Übrigens isst man Spaghetti – wie alle Pasta – in Italien nur mit einer Gabel. Italiener drehen die Nudeln auf dem Teller um die Gabel. Verzichten Sie in Italien also unbedingt auf den zusätzlichen Löffel, falls Sie daran gewöhnt sind.

Secondo piatto

Der zweite Gang ist meist ein Fleisch- oder Fischgericht, zu dem auch Beilagen, die „contorni“, gereicht werden können. Das ist aber kein Muss. Im Restaurant bestellen Sie sie separat dazu. Das Fleisch oder der Fisch steht beim secondo piatto ganz im Mittelpunkt, ist aromatisch gewürzt oder gefüllt und wird variantenreich zubereitet: gegrillt, geschmort, gebraten oder überbacken. Auch Geflügelgerichte wie etwa das Pollo alla cacciatora sind als Hauptgericht beliebt, genauso wie alle Sorten von Wild. Und natürlich gibt es auch traditionelle vegetarische secondi piatti, ganz aus Gemüse zubereitet, etwa das beliebte Ciambotta.

Dolce

Nun folgt das Dessert, das in Italien „dolce“ genannt wird und damit schon anzeigt, dass es sich um eine Süßspeise handelt, etwa Tiramisu, Panna Cotta oder Profiterole – kleine gefüllte Windbeutel mit Schokoladensauce. Und auch original italienische Eiscreme oder ein Sorbet isst man in Italien gern als Dessert. Den Abschluss des Essens bilden dann meist noch Käse und Früchte.

Kaffee nach dem Essen in Italien

Danach erst folgt der Kaffee, was in Italien abends gleichbedeutend mit einem Espresso ist. Bestellen Sie nach dem Abendessen auf keinen Fall einen Cappucino, er wird in Italien zum Frühstück getrunken und würde dem Koch signalisieren, dass sie nicht satt geworden sind. Italiener trinken Cappuccino nur bis zum Mittag. Und ganz wichtig: Den Kaffee auf keinen Fall zum Dessert trinken, die beiden werden immer nacheinander serviert. Ansonsten: Auch wenn es noch so spät am Abend ist – ein Espresso nach dem Essen gehört dazu.

Aperitivo und digestivo

Beim Essen und Trinken gilt natürlich: Jeder so, wie er es am liebsten mag. Alkoholische Getränke sind daher auch in Italien überhaupt keine Pflicht – speziell in der Woche. Es gibt viele beliebte alkoholfreie Aperitifs in Italien und wer möchte, trinkt zum Essen Mineralwasser, Saft oder Limonade. Für viele Italiener gehören jedoch auch alkoholische Getränke zum Essen. Sie servieren gerne einen Aperitif vor den Antipasti, etwa ein Prosecco, Wermut oder Spritz-Cocktail. Und das Abendessen schließen Italiener gern mit einem Digestiv ab, das kann ein Grappa sein, ein Sambuca oder ein bitter-süßer Kräuterlikör, der in Italien „Amaro“ heißt.


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